Ein Beitrag über Fairbrush

"Gewissenhaft putzen statt Umwelt verschmutzen

 

Ökofuzzi? So sieht Enrico Berardone nicht aus. Trotzdem will er, dass die breite Masse endlich versteht: Wenn man etwas kauft, kann man sich für Umwelt und Menschen entscheiden.

 

 „Man muss manchmal auch 'nen Arsch in der Hose haben, sich was zu trauen“, sagt Enrico Berardone. Diese Einstellung half ihm dabei, eine Idee auszuklügeln, die die Welt verbessern kann. „Ich hatte eine Strategievorlesung, in der es um nachhaltige Geschäftsmodelle ging und habe mich gefragt: Was muss so ein Modell haben und wie lässt es sich auf Hygieneprodukte wie Zahnbürsten übertragen?“ Dem Wirtschaftsingenieur-Student der Hochschule Ulm war klar: Die Zahnbürsten müssen einen ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Nutzen mitbringen. „Wenn sich etwas wirtschaftlich nicht trägt, wird es nicht lange leben.“ Seit Kurzem vertreibt Berardone Bambus-Zahnbürstenüber seinen Online-Shop. „Fairbrush“ hat der 24-Jährige sein Produkt getauft, das ganz „ohne unnötige Dr.-Blödsinn-Federung“ funktioniert, wie auf der Homepage zu lesen ist.

 

Für jede gekaufte Zahnbürste, wird eine an arme Kinder gespendet.


Der Käufer einer „Fairbrush“ spendet automatisch

Holzzahnbürsten? Nix Neues! Der Jungunternehmer ist nicht dererste auf dem Naturzahnbürstenmarkt. In diversen Drogeriemärkten gibt es sie schon. Aber dass der Kunde für jede„Fairbrush“, die er kauft, eine weitere an Kinder, beispielsweise in thailändischen Waisenhäusern, spendet, das ist ziemlich neu. „Ich bin viel gereist und habe eine Kontaktperson in Nordthailand, einer armen Region, kennengelernt“, erzählt Berardone.

Die ersten Bürsten spendete er an drei Waisenhäuser und eine Schule im Dschungel. „Dort gibt es nicht überall Zahnärzte. Mundhygiene und Prävention sind umso wichtiger.“ Einer der Konkurrenten, „Humble Brush“, der ebenfalls einen Spendenansatz verfolgt, kommt aus Schweden. „Ich hatte meineIdee im Juli 2017. Als ich alles vorbereitet hatte, sind die auf den deutschen Markt gekommen. Das war ein Schlag ins Gesicht. Marktwirtschaft halt, die Konkurrenz schläft nicht.“

 

Zahnärzte gibt es in manchen Ländern nicht an jeder Ecke.
Vorsorge ist deshalb umso wichtiger.


Erfinderinstinkt

Mehr als eine halbe Million Zahnbürsten werden Berardone zufolge in Deutschland täglich weggeworfen. „Ja, viele werden recycelt, aber das ist energieaufwendig.“ Er spricht vom berühmten Rebound-Effekt: „Wenn man weiß, dass Plastikzahnbürsten recycelt werden, wird es plötzlich legitim,Plastik zu kaufen. Besser wäre es, das Erdöl, aus dem Plastik ja besteht, unter der Erde zu lassen - und damit das darin gespeicherte CO2.“ Und in einigen Ländern werde ohnehin noch viel Plastik verbrannt.

 

Er erinnert sich daran, wie sein Papa im Italien-Urlaub zu ihm als kleinem Junge sagte: „Schau Enrico, überall Plastikmüll. Überlege dir doch mal einen Automotor, der mit Plastikflaschen betrieben werden kann.“ Einerseits wurde bei diesen väterlichen Worten damals schon sein Geschäftssinn angestachelt, andererseits sensibilisierten sie ihn für einen umweltbewussten Blick auf die Welt - auch wenn dieser Motor nach der Papa-Idee natürlich auch Plastik verbrannt hätte.

 

Einfach Kopf abknipsen und fertig.


Menschen sollen umdenken

Enrico Berardone sagt: „Eines meiner großen Ziele: Dass die Leute umdenken. Eine Zahnbürste hat man mindestens zwei Mal amTag in der Hand. Wenn man bewusst darüber nachdenkt, dass man morgens im Bad schon Plastik in der Hand hat, dann denkt man vielleicht weiter, wenn’s kurz drauf der Coffee-to-go-Becher ist. Man hält die Zukunft der Umwelt eben tatsächlich in den Händen.“

Daher möchte er mit gutem Beispiel vorangehen und mit seiner Bambus-Zahnbürste ein Zeichen setzen. Der Rohstoff habe sogar einen Eintrag im Guiness-Buch der Rekorde, weil er bis zu einen Meter pro Tag wachse. Zudem wirkt Bambus antibakteriell und ist in China zu Hause - wo für den Jungunternehmer die Produktionskosten noch erschwinglich sind. „Und die Chinesen sind Experten in der Verarbeitung von Bambus.“ Langfristig ist es sein Ziel, die Produktion nach Europa zu bringen. „Vielleicht lässtsich ja wegen der Klimaerwärmung bald richtig gut Bambus in Italien anbauen“,  [bedauert] er. Bis dahin soll seine Firma organisch wachsen."

 

Quelle: https://citystories-ulm.de/start-up-faire-zahnbuerste-gewissenhaft-putzen-statt-umwelt-verschmutzen_fZl

Autor: Isabella Hafner

 

Liebe Isabella,

danke für den tollen Beitrag und das nette Interview.

Beste Grüße,

Enrico

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